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Kontenrahmen

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte über Kontenrahmen.



Was ist ein Kontenrahmen?

Ein Verzeichnis aller Konten eines Wirtschaftszweiges wird als Kontenrahmen bezeichnet. Der Kontenrahmen dient als Vorlage zur Erstellung eines individuellen Kontenplans für Unternehmen.

Alle Konten eines Wirtschaftszweiges werden von dem Kontenrahmen systematisch verzeichnet.



Wie können sich Unternehmen einen individuellen Kontenrahmen zusammenstellen?

Für die unterschiedlichen Wirtschaftszweige und Branchen wie beispielsweise Einzelhandel, Großhandel und Industrie, existieren verschiedene Kontenrahmen die soweit generalisiert sind, dass sich jeder Betrieb und jedes Unternehmen einen individuellen Kontenrahmen zusammenstellen kann.

Der Kontenrahmen bze. der Kontenplan ist im Rahmen der Buchführung unerlässlich. Jeder einzelne Geschäftsvorfall muss auf den betreffenden Konten erfasst werden. Diese Konten sind mit Nummern hinterlegt, damit jedes Konto einseitig zugewiesen und identifiziert werden kann.



Was ist der Kontenplan?

Ein Kontenplan ist die unternehmensspezifische Verwendung des Kontenrahmens. Spezielle Konten des Unternehmens wie beispielsweise die Bankkonten werden innerhalb des Rahmens hinzugefügt. Der Kontenplan liefert einen Überblick über die konkreten Konten eines Unternehmens.

Im nächsten Abschnitt sind Informationen zum Unterschied zwischen Kontenplan und Kontenrahmen aufgelistet.



Was unterscheidet den Kontenrahmen vom Kontenplan?

Der Kontenplan ist für jedes Unternehmen individuell festgelegt, während der Kontenrahmen alle möglichen branchenspezifischen Konten zur Aufzeichnung von Geschäftsvorfällen beinhaltet. Für die Buchhaltung ist der Kontenplan unabdingbar.

Da nicht jedes Unternehmen alle Konten eines Wirtschaftszweiges für die Buchführung zur Verfügung haben muss und braucht, reichen Unternehmen in der Regel die etwas schlankeren und reduzierteren Kontenpläne.

Der Kontenrahmen und Kontenplan unterscheiden sich demnach nach dem Umfang.



Kontenplan vs. Kontenrahmen



Was sind Kontenklassen?

Kontenklassen ordnen einzelne Konten der Buchhaltung nach Schwerpunkten zu.

Eine Klasse besteht zum Beispiel aus dem Anlagevermögen. Die einzelnen Kontenklassen orientieren sich bei kleinen und großen Kapitalgesellschaften immer am Abschlussgliederungsprinzip. Dieser orientiert sich wiederum am Jahresabschluss. Für kleinere Unternehmen wird in der Regel das Prozessgliederungsprinzip herangezogen. Betriebliche Abläufe werden im Kontenrahmen berücksichtigt und Konentklassen sind nach der Leistungserstellung und nach der Leistungsverwertung eines Unternehmens gegliedert.



Gibt es verschiedene Arten von Kontenrahmen?

Ja. In Deutschland wird zwischen dem Industriekontenrahmen IKR, Gemeinschaftskontenrahmen GKR und Standardkontenrahmen SKR unterschieden.



Was ist der Industriekontenrahmen IKR?

Der Industriekontenrahmen (kurz: IKR) geht auf den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zurück und ist für Industrieunternehmen gültig.

Grundlage des IKR sind Bilanz und GuV (Gewinn und Verlustrechnung) und entspricht dem Abschlussgliederungsprinzip. Der IKR ist für die Buchführung von Unternehmen in der Industrie unabdingbar.



Was ist der Gemeinschaftskontenrahmen?

Wie der Industriekontenrahmen geht auch der  Gemeinschaftskontenrahmen (kurz: GKR) auf den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zurück und ist ebenfalls für Industrieunternehmen gültig.

Anders als der Industriekontenrahmen (IKR), entspricht der Gemeinschaftskontenrahmen (GKR) allerdings dem Prozessgliederungsprinzip. Als Grundlage dient beim Gemeinschaftskontenrahmen nicht die Bilanz und die Gewinn und Verlustrechnung, sondern der Geschäftsprozess. Auch der GKR ist für die Buchführung elementar.

Ursprünglich sollte im Jahr 1971 der IKR den GKR ablösen. Dennoch existieren beide Kontenrahmen nach wie vor parallel.



Was ist der Standardkontenrahmen?

Der Standardkontenrahmen (SKR) gilt für alle anderen Branchen wie beispielsweise Handelsunternehmen, Banken, Versicherungen und andere Wirtschaftszweige.

Der Standard Kontenrahmen wird von der DATEV festgelegt und erfährt eine für die Branche spezifische Definition.

Buchhaltung und Buchführung greifen in den einzelnen Branchen auf die Kontenrahmen und den dort enthaltenen Kontonummern zurück.

Zusammenfassend: Der Standardkontenrahmen ist ein Kontenrahmen, der nach bestimmten Ordnungskriterien aufgebaut ist.

Bekannte Standardkontenrahmen und von der DATEV definiert sind:

  • SKR 03: Branchenübergreifend/Publizitätspflichtige Unternehmen (Prozessgliederung)
  • SKR 04: Branchenübergreifend/Publizitätspflichtige Unternehmen (Abschlussgliederung)
  • SKR 14: speziell für Land und Forstwirtschaft
  • SKR 30: Einzelhandel
  • SKR 45: Heime und soziale Einrichtungen
  • SKR 49 Vereine, gemeinnützige Organisationen und Stiftungen
  • SKR 51: KFZ-Gewerbe
  • SKR 70: Gaststätten und Hotels
  • SKR 81 Arztpraxen

SKR 03 und SKR 04 sind allgemeine Kontenrahmen die zudem am häufigsten verwendet werden. Darüber hinaus kann der SKR 03 und der SKR 04 auch von Gründern und Kleinunternehmern verwendet werden.



Aufbau der Kontenrahmen

Grundlage eines systematischen Aufbaus genereller Konten einer Branche bzw. Wirtschaftszwei bildet der Kontenrahmen.

Ein Kontenrahmen ist entweder nach dem:

  1. Abschlussgliederungsprinzip oder
  2. Prozessgliederungsprinzip
gegliedert.

Das Zehnersystem ist bei dem Aufbau der Kontenrahmen in der Regel vorzufinden. Der Kontenrahmen ist in 10 Kontenklassen (0-9) aufgeteilt

Die Kontenklassen teilen sich wie folgt auf (beginnend bei Kontenklasse 0):

  • Anlagevermögen (u.a. Konten für den langfristigen Finanzierungsbedarf)
  • Umlaufvermögen (u.a. Konten für den Warenverkehr)
  • Eigenkapital (u.a. Konten für das EK)
  • Fremdkapital (u.a. Konten für Verbindlichkeiten)
  • Erträge (u.a. Konten für Erträge aus Umsatz und Dienstleistungen)
  • Aufwendungen (u.a. Konten zum Materialaufwand und Skonti)
  • Aufwendungen (u.a. Konten für betriebsnotwendige Aufwendungen)
  • Weitere Erträge (u.a. Konten für Zinsaufwendungen)
  • Privatkonten/Sonstige Konten (u.a. Konten für Privateinlagen und Privatentnahmen sowie Schlussbilanzkonto)



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Wie sind die Kontonummern eines Kontenrahmens aufgebaut?

Die im Kontenrahmen befindlichen Sachkonten sind mit einer eindeutig zugewiesenen Kontonummer versehen.

Die Kontonummern sind immer vierstellig und entsprechen dabei einer Nummernfolge zwischen 0001 und 9999.

In deutschen Kontenrahmen bestehen die Kontonummern, die einem Konto zugewiesen werden, aus vier Ziffern.

Die Gliederungsebenen teilen sich wie folgt auf:

  • Ziffer 1: Kontenklasse
  • Ziffer 2: Kontengruppe
  • Ziffer 3: Kontenuntergruppe
  • Ziffer 4: Einzelkonto

Abhängig vom Kontenrahmen, werden die Kontenklassen und Kontengruppen definiert.



Was sind spezielle Kontenrahmen?

Spezielle Kontenrahmen sind Kontenrahmen für Branchen und bestimmte Unternehmen, für die Standardkontenrahmen und dessen standardisieren Gruppierungen nur schwer anzuwenden sind. Es fehlen bestimmte Konten und/oder es ist eine genauere Unterteilung notwendig.

Spezielle Kontenrahmen sind speziell auf die Bedürfnisse der Branche beziehungsweise des Unternehmens abgestimmt. Grundlage der speziellen Kontenrahmen ist in der Regel dennoch der Standardkontenrahmen. Diese werden so angepasst, dass sie in der Buchhaltungspraxis des jeweiligen Unternehmens/der jeweiligen Branche optimal angewendet werden können.

Für einen Großteil der deutschen Unternehmen sind die Standardkontenrahmen als Grundlage für die Buchhaltung jedoch ausreichend.



Welche Branchen verwenden spezielle Kontenrahmen?

Zu den Branchen, die für ihre Buchhaltung spezielle Kontenrahmen nutzen gehören unter anderem:

  • Ärzte
  • Hotels und Gaststätten
  • KfZ-Betriebe
  • Krankenhäuser