Vorkalkulation

Eine Vorkalkulation ist notwendig, um den Preis eines Produktes zu bestimmen und ein Angebot erstellen zu können. Diese wird daher auch als Angebotskalkulation bezeichnet. Sie dient der Ermittlung der zu erwartenden bzw. geplanten Produktionskosten und der Preisorientierung. Die Vorkalkulation erfolgt vor der Produktion eines Produktes und somit vor der eigentlichen Leistungserstellung.

In der Regel unterstützt ein PPS-System oder eine Produktionssoftware bei der Erstellung der Vorkalkulation.

Anders als bei der Nachkalkulation, basiert die Vorkalkulation oft auf Schätz- und Erfahrungswerten. Diese werden unter anderem aus technischen Unterlagen zum Produkt (Bsp.: Stücklisten), erwartenden Ausschussquoten oder der Bearbeitungszeit gewonnen.

Aufgrund der etwaigen Ungenauigkeit der Vorkalkulation, ist die Erstellung einer Nachkalkulation unbedingt zu empfehlen. Die Kostenkontrolle kann durch einen Vergleich zwischen Vor- und Nachkalkulation erfolgen.
Abbildung: Vorkalkulation, Mitlaufende Kalkulation, Nachkalkulation


Grundlage für die zu erstellenden Berechnungen der Vorkalkulation ist der Betriebsabrechnungsbogen (BAB). Hieraus können die benötigten Gemeinkostenzuschlagssätze entnommen werden. Die Zuschläge für Gewinn, Skonto, Provision und Rabatte werden in der Regel ebenfalls benötigt.

In erster Linie ist die Vorkalkulation eine Kostenträgerrechnung, die sich insbesondere auf die Kosten einer Leistungserstellung bezieht.





Wann erfolgt die Erstellung einer Vorkalkulation?


Die Erstellung einer Vorkalkulation ist immer dann notwendig, wenn ein Unternehmen neu gegründet wird, vor der Produktion eines neuen Produktes, vor Abgabe eines Angebots und/oder wenn eine Vorserienproduktion in eine Massenproduktion überführt werden soll.

Darüber hinaus dient die Vorkalkulation der Entscheidungsfindung, bezüglich der Leistungserbringung.

Einsatzmöglichkeiten der Vorkalkulation im Überblick:

  • Einzelfertigungen
  • Neuproduktion eines Produktes
  • Angebotserstellung
  • Beurteilung von Marktpreisen (kurzfristige und langfristige Preisuntergrenze)
  • Neugründung eines Unternehmens
  • Überführung einer Vorserienproduktion in eine Massenproduktion

Welchen Anwendungszweck erfüllt die Vorkalkulation?


Die Vorkalkulation bezieht sich immer auf einen bestimmten Auftrag. Sie dient der Bestimmung der Produktpreise, die sich bis dato noch nicht in der Produktion befinden. Darüber hinaus kann mit der Vorkalkulation der maximale Einkaufspreis für ein Produkt, für Vorprodukte und/oder Rohstoffe bestimmt werden.

Mit Hilfe der Vorkalkulation können geplante oder erwartete Produktionskosten ermittelt werden.

Neben dem Angebotspreis ermittelt die Vorkalkulation die Selbstkosten der einzelnen Produkte sowie die Preisuntergrenze und den Deckungsbeitrag.


Welche Probleme könnten sich aus/bei der Vorkalkulation ergeben?


Die entstehenden Gemeinkosten können nicht in ihrem gesamten Umfang und in genauen Summen in der Vorkalkulation erfasst und zugeordnet werden.

Des Weiteren können kurzfristige Entwicklungen im Unternehmen und auf dem Markt (Rohstoffpreise, Pandemien, Energiekosten, etc.) Probleme bei der Erstellung der Vorkalkulation hervorrufen.

Darüber hinaus hat, sofern alle Kosten einem Produkt zuzurechnen sind und nach Beginn der Produktion bekannt sind, eine Nachkalkulation zu erfolgen. Nur anhand der Nachkalkulation sind kurzfristige Korrekturen gewinnbringend möglich.

Daher ist es empfehlenswert, die Vorkalkulation individuell zu erstellen und die Besonderheiten der Branche zu berücksichtigen. Starre Schemata bilden die aktuellen Marktbedingungen und individuellen Branchenbedürfnisse nur schwerlich ab. Mitarbeiter/innen aus anderen Abteilungen können ihre Expertise bei der Erstellung der Kalkulation einfließen lassen. So können Fehlerquellen minimiert und die Vorkalkulation optimiert werden.


Das Wichtigste im Überblick

  • Die Vorkalkulation erfolgt vor der Herstellung eines Produktes und ist eine auf die hergestellte Produktionseinheit bezogene Kalkulation. Da die Vorkalkulation für die Angebotserstellung erforderlich ist, wird sie auch als Angebotskalkulation bezeichnet.
  • Ein Vergleich zwischen Vor- und Nachkalkulation dient als Kostenkontrolle.
  • Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist die Grundlage für die Erstellung und Berechnung der Vorkalkulation.
  • Die Vorkalkulation ist eine Kostenträgerrechnung, die sich ausschließlich auf die Kosten einer Leistungserstellung bezieht.


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